Effizienter hoch hinaus

BMT Aerospace - Belgien

Cog and track manufactured part

Vom steigenden Transportvolumen im Flugverkehr profitiert BMT Aerospace ganz direkt. Die Auftragsbücher des belgischen Produzenten von Verzahnungen für Applikationen in der Luftfahrt sind voll. Für BMT Aerospace war ein Neuanfang im Messraum angesagt, um den Ansturm zu bewältigen. 

Drei Fertigungsstandorte betreibt BMT Aerospace weltweit. Und jeder der Standorte hat seine eigene Nische gefunden. Das Werk in Oostkamp, Belgien, ist Experte für Pinion und Zahnradsegmente aller Grössenordnungen. Sie übernehmen die mechanische Stellbewegung der Vorflügel – sei es im kleinen Regionaljet oder im Airbus A380.

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Flugzeugs liegt bei etwa 20 bis 30 Jahren. Komponenten, die jeden Start und jede Landung sicher unterstützen, sind ein absolutes Muss. Doch mit nur einer Horizontalarm-Messmaschine sah sich BMT Aerospace dem hohen Auftragsvolumen im Messraum nicht mehr gewachsen. DSC_0254


Mehr Effizienz gesucht

„Die alte Messmaschine war mit einem Drehtisch ausgestattet und wir konnten nur ein Teil nach dem anderen messen. Da wir die Schlüsselmerkmale zu 100% kontrollieren und die Messmaschine üblicherweise für die Erstmusterfreigabe, fertigungsbegleitend und für die Endkontrolle einsetzen, war der Zeitaufwand enorm“, berichtet Nico Strobbe, Messtechniker bei BMT Aerospace. Mehr Effizienz stand also im Mittelpunkt als es auf die Suche nach einer neuen Lösung ging. Die Toleranzen der Pinion und Zahnradsegmente liegen zudem im Mikrometer-Bereich. Die neue Messlösung sollte die hohen Genauigkeitsanforderungen erfüllen.


Teilautomatisierte Lösungen

Mit Hexagon Metrology fand man den richtigen Partner. Freddy Cherlet, Leiter Qualitätsmanagement bei BMT Aerospace: „Unsere Zusammenarbeit mit Hexagon Metrology begann bereits 1998 mit dem Kauf einer hochgenauen Leitz Koordinatenmessmaschine. Wenige Jahre später folgte die nächste.“ Beschleunigt wird der Messprozess mithilfe von Paletten, die über eine Zuführeinrichtung automatisch zum Messbereich der Maschine transportiert werden. Softwareseitig entschied sich BMT Aerospace für QUINDOS. Neben einer speziellen Option für das Messen von Werkstücken auf Paletten unterstützt diese Software schwerpunktmässig die Verzahnungsmessung. Der Druck auf die Auftragsbücher liess nicht nach. Es hiess, sich weiter zu entwickeln. Zum einen mit dem Erwerb einer dritten hochgenauen Messmaschine, einer Leitz Reference  von Hexagon Metrology. Alle drei Leitz Messmaschinen bei BMT Aerospace bieten die gleiche Systemkonfiguration – das erhöht die Flexibilität im Messraum. High-Speed-Scanning Sensoren auf den Maschinen sorgen für  ohe Datendichte und hohe Messgenauigkeit. Bei Engpässen auf einer Maschine können die Pinion und Zahnradsegmente daher problemlos auf eine andere umgelagert werden. Durch die Teilautomatisierung ist ein 24-Stunden-Betrieb auf den Maschinen möglich. In der Spätschicht beladen die Messtechniker die Maschinen mit den Paletten. Auf Knopfdruck läuft der Prozess in der Nacht ab. Im Falle eines möglichen Fehlers am Teil - zum Beispiel ein falsches, schadhaftes oder falsch gespanntes Teil - springt ein definierter Condition Handler in QUINDOS7 an. Er sorgt dafür, dass die Maschine aus der Kollision herausfährt und am nächsten Teil die Serienmessung fortsetzt. Fehlerhafte Bestückung, starke Geometrieabweichungen oder Bearbeitungsrückstände aus der Fertigung führen nicht zum Stillstand. Manuelle Eingriffe sind nicht notwendig.


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Leistungsfähigere Software

Mit dem Update auf die Software-Version QUINDOS7 ging BMT Aerospace einen Schritt weiter. „Grafisch wird die neue Software-Version viel besser unterstützt“, sagt Nico Strobbe. „In QUINDOS7 können wir mit CAD-Modellen arbeiten. Ausserdem haben wir uns den I++ Simulator zugelegt.

Von unserer Entwicklungsabteilung bekomme ich eine CAD-Datei, die ich umwandle und in QUINDOS7 sowie im Simulator platziere. Mit  dem Simulator und QUINDOS7 habe ich das Messprogramm parat, sobald das Erstmuster in den Messraum zur Prüfung kommt.“ Der I++ Simulator wird neben QUINDOS7 als zusätzliche Offline-Programmierumgebung bei BMT Aerospace verwendet. Damit können Messgeräte, Tastsysteme, Zuführeinrichtungen, Paletten und Werkstücke visualisiert werden. Ein Ablauf des Messprogramms mit Kollisionsbetrachtung ist damit im virtuellen Messraum möglich. 

Freddy Cherlet resümiert: „Hexagon Metrology konnte mit einem Komplettpaket überzeugen und das Konzept auch vollständig umsetzen. Drittanbieter mussten wir nicht involvieren. Das hat es uns einfach gemacht. Unsere Effizienz im Messraum hat sich durch die Lösung von Hexagon Metrology sehr verbessert.“